Es gibt einen Moment wenn der Aufzug oben ankommt und die Türen aufgehen, in dem man kurz stillsteht. Nicht weil man nicht weiß wohin, sondern weil Berlin auf einmal so unendlich groß wirkt. In alle Richtungen gleichzeitig. Das ist der Moment in dem man versteht warum über eine Million Menschen pro Jahr hier hochfahren.
Inhaltsübersicht
Die Zahlen
Der Berliner Fernsehturm wurde 1965 bis 1969 von der Deutschen Post der DDR errichtet und am 3. Oktober 1969 eröffnet. Er ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands. Die Aussichtsetage mit Bar befindet sich auf 203 Metern Höhe, das Drehrestaurant eine Etage darüber auf 207 Metern.
Die Aufzüge schaffen den Weg zur Aussichtsetage mit einer Fahrtgeschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde in 38 Sekunden. Man steht unten, drückt den Knopf und ist in weniger als einer Minute oben. Was man dann sieht, braucht deutlich länger.
Was man sieht
Direkt unter dem Turm liegt der Alexanderplatz, der Rote-Platz Berlins mit dem Weltzeituhr, dem Park Inn Hotel und dem ewigen Gewusel. Von oben wirkt er kleiner als man denkt und gleichzeitig überschaubarer.
Der Bezirk Mitte mit dem historischen Zentrum der Stadt liegt direkt unter dem Turm und ist in seinen Details von oben zu erkennen. Die Museumsinsel mit ihren fünf Museen und dem Berliner Dom, die Spree die sich durch die Stadt schlängelt, der grüne Streifen des Tiergartens in der Mitte, das Regierungsviertel mit Reichstag und Kanzleramt im Westen. Alles auf einmal, alles in einer Perspektive.
Man sieht das Humboldt Forum, das Bettenhochhaus der Charité, den Flughafen Tempelhof und die Plattenbauten in Hellersdorf. Ost und West, historisch und modern, Krieg und Wiederaufbau, das alles liegt gleichzeitig vor einem ausgebreitet wie eine riesige Karte.
Bei gutem Wetter lässt sich bis zu 80 Kilometer weit sehen. Bei guter Sicht reicht der Blick bis zum knapp 60 Kilometer entfernten Wasserpark Tropical Islands in Krausnick.
Die Schautafeln
Unter jedem Fenster gibt es eine Landkarte mit dem Ausschnitt den man durch das jeweilige Fenster sieht. In der Karte sind die wichtigen Sehenswürdigkeiten eingetragen. Das ist praktisch und gut gemacht. Man muss nicht raten was man gerade anschaut. Man schaut auf die Karte, findet das Gebäude und schaut dann wieder raus. Nach einer halben Stunde kennt man Berlin von oben besser als nach einem Tag auf der Straße.
Das Drehrestaurant
Eine Etage über der Aussichtsplattform liegt das Restaurant Sphere. Die Tische drehen sich entlang der kreisförmigen Fensterfront, je nach eingestellter Geschwindigkeit sehen die Gäste in einer halben bis einer Stunde einmal in alle Himmelsrichtungen. Essen und gleichzeitig die ganze Stadt im Kreis sehen. Eine Reservierung ist dafür empfehlenswert, Fensterplätze sind begehrt.
Praktische Infos
Die Aussichtsplattform ist täglich von 10 bis 23 Uhr geöffnet, an fast allen Tagen des Jahres. Wer die Warteschlange unten vermeiden möchte, kauft das Ticket online und hat einen festen Zeitslot. Im Winter, morgens um 10 Uhr und am späten Abend halten sich die Wartezeiten in Grenzen.
Besonders lohnt sich der Besuch in der Dämmerung. Gerade in der Dämmerung und bei Dunkelheit erstrahlen Bauwerke wie das Brandenburger Tor, der Berliner Dom und die Siegessäule in einem besonderen Licht. Dann liegt die Stadt nicht mehr als Karte vor einem, sondern als Meer aus Lichtern. Das ist noch einmal etwas anderes.


























