Kaum eine Region hat sich so konsequent auf ein einziges Gemüse festgelegt wie der Spreewald auf die Gurke. Im Dorf Lehde, einem Ortsteil von Lübbenau, gibt es deshalb ein Museum, das genau davon handelt: vom Anbau bis ins Einweckglas. Betrieben wird es von der Familie Starick in einem alten Bauernhaus, klein, aber gut gefüllt, und am Ende der Führung darf probiert werden. Für viele Besucher ist genau das der eigentliche Grund für den Besuch.
Inhaltsübersicht
Lage und Anreise
Die Adresse lautet An der Dolzke 4-6, 03222 Lübbenau/Spreewald. Lehde selbst ist praktisch autofrei, wer mit dem Wagen anreist, parkt in Lübbenau, etwa an der Dammstraße, und geht die restlichen zwei Kilometer zu Fuß oder radelt. Deutlich stimmungsvoller, und im Spreewald fast schon Pflichtprogramm, ist die Anreise mit dem Kahn. Von den Anlegestellen in Lübbenau dauert die Fahrt je nach Route zwischen 30 und 60 Minuten, der Kahnführer legt unterwegs meist ohnehin am Museum an.
Geschichte und Hintergrund
Die Spreewaldgurke ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon slawische Siedler bauten im 7. und 8. Jahrhundert Gurken in der Region an, im 16. Jahrhundert brachten niederländische Siedler zusätzliches Wissen zur Kultivierung mit. Damit wurde die Gurke, mit einem Augenzwinkern oft als „Königin der Felder“ bezeichnet, zum wichtigsten landwirtschaftlichen Produkt der Gegend. Seit März 1999 ist die Bezeichnung „Spreewälder Gurken“ als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) bei der EU-Kommission eingetragen. Das bedeutet unter anderem, dass mindestens 70 Prozent der verarbeiteten Gurken tatsächlich aus dem Spreewald stammen und auch dort verarbeitet werden müssen, bevor ein Produkt so heißen darf.
Das Museum selbst sitzt in einem der älteren Gebäude Lehdes, einem historischen Bauernhaus. Entstanden ist die Ausstellung aus privater Sammelleidenschaft der Familie Starick, die das Haus bis heute betreibt.
Was es im Gurkenmuseum zu sehen gibt
Im Zentrum steht, wenig überraschend, die Gurke: vom Anbau über die Ernte bis zur traditionellen Einlegerei wird jeder Schritt gezeigt. Zu den Exponaten gehören Eichen- und Buchenholzfässer aus der Zeit um 1900, einige davon mit einem Fassungsvermögen von bis zu 3,5 Tonnen, dazu historisches Werkzeug der Gurkeneinlegerei, der Fischerei und der Schilfdachdeckerei, alles Handwerke, die im Spreewald lange zusammengehörten.
Ein zweiter Teil der Ausstellung zeigt, wie in einem Spreewälder Bauernhaushalt früher gewohnt und geschlafen wurde, mit historischen Trachten, die deutlich aufwendiger sind, als man es einem Bauernhaus zutrauen würde. Eine kleine Abteilung zur Tierwelt des Spreewalds kommt bei Kindern meistens besser an als die Fässer.
Am Ende des Rundgangs wird verkostet: saure Gurken, Gewürzgurken, Pfeffergurken, je nach Saison auch Senfgurken. Gekauft werden kann direkt vor Ort, für den Kühlschrank zu Hause oder als Mitbringsel.
Öffnungszeiten und Eintritt
Von etwa April bis Oktober ist täglich geöffnet, meist von 9 oder 10 Uhr bis 18 Uhr, außerhalb der Saison nach Vereinbarung. Der Eintritt liegt im niedrigen einstelligen Eurobereich, günstiger als die meisten anderen Museen der Region, die genaue Zahl schwankt aber und sollte vor der Anreise telefonisch bestätigt werden: 03542 8999 60 oder per Mail an [email protected]. Da es sich um einen familiengeführten Betrieb handelt, können Zeiten kurzfristig abweichen, etwa bei Erntespitzen oder privaten Anlässen.
Praktische Tipps für den Besuch
Wer ohnehin eine Kahnfahrt ab Lübbenau bucht, sollte das Gurkenmuseum direkt mit einplanen, viele Routen führen sowieso durch Lehde vorbei am Freilandmuseum. Für einen vollen Vormittag lassen sich Gurkenmuseum, Freilandmuseum Lehde und die Kahnfahrt gut kombinieren, am Nachmittag bleibt dann noch Zeit für die Lübbenauer Altstadt.
Mitbringen sollte man etwas Zeit und, ehrlich gesagt, Interesse an Fermentation, sonst wirkt ein Fass-Museum schnell eintönig. Wer Kinder dabei hat, sollte die Verkostung am Ende ankündigen, das motiviert erfahrungsgemäß auch durch die trockeneren Ausstellungsteile.
Bilder aus dem Gurkenmuseum
Häufige Fragen zum Gurkenmuseum
Wo genau liegt das Gurkenmuseum?
In Lehde bei Lübbenau, An der Dolzke 4-6. Lehde ist weitgehend autofrei, erreichbar zu Fuß, mit dem Rad oder per Kahn ab Lübbenau.
Was kostet der Eintritt ins Gurkenmuseum?
Der Eintritt liegt im niedrigen einstelligen Eurobereich. Da es ein familiengeführtes Museum ist, schwankt der genaue Preis, eine kurze Nachfrage vor der Anreise lohnt sich.
Wann hat das Gurkenmuseum geöffnet?
In der Regel von April bis Oktober täglich, meist zwischen 9 oder 10 und 18 Uhr. Außerhalb der Saison ist ein Besuch nach Vereinbarung möglich.
Kann man im Gurkenmuseum Gurken probieren?
Ja, die Verkostung verschiedener Spreewaldgurken gehört fest zum Rundgang dazu, und die Gurken lassen sich direkt vor Ort kaufen.
Wie kommt man ohne Auto zum Gurkenmuseum?
Am unterhaltsamsten mit dem Kahn ab Lübbenau. Zu Fuß oder mit dem Rad sind es von den Parkplätzen an der Dammstraße rund zwei Kilometer.
Ist das Gurkenmuseum für Kinder geeignet?
Ja, vor allem die kleine Abteilung zur Tierwelt des Spreewalds und die Verkostung am Ende kommen bei Kindern gut an.































