Wer in Lübbenau ankommt und noch nicht weiß, wo im Spreewald oben und unten ist, sollte als Erstes ins Spreewaldmuseum gehen. Es sitzt im Torhaus am westlichen Rand der Altstadt, direkt an der einzigen Zufahrt, die es dort seit fast 200 Jahren gibt. Das Museum erzählt, warum diese Landschaft so aussieht, wie sie aussieht: slawische Siedler, sorbische Sprache, Zünfte, Kirchen, DDR-Zeit, und mittendrin ein Kieferknochen von einem Grönlandwal, der so gar nicht ins Bild passt und trotzdem seit dem 18. Jahrhundert dort hängt.
Inhaltsübersicht
Lage und Anreise
Die Adresse lautet Topfmarkt 12, 03222 Lübbenau/Spreewald. Mit dem Auto kommt man über die A13, Abfahrt 9 Lübbenau, dann sind es nur noch wenige Minuten in die Altstadt. Wer mit der Bahn anreist, steigt am Bahnhof Lübbenau (Spreewald) aus, von dort sind es etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß bis zum Museum, ausgeschildert über die Altstadt.
Geparkt wird am besten auf den Parkplätzen Poststraße-Ost oder Poststraße-West. Die ersten zwei Stunden sind dort kostenfrei, für einen normalen Museumsbesuch reicht das in der Regel aus.
Geschichte des Museums
Gegründet wurde das Museum bereits 1899, damals noch am Kirchplatz 6, von dem Heimatforscher Paul Fahlisch, der später selbst Museumsdirektor wurde. Ab den 1950er Jahren zog die Sammlung in die Alte Kanzlei des Schlosses Lübbenau um, zusammen mit den Beständen des Schlossmuseums der Familie von Lynar. 1952 zählte man bereits 10.000 Besucher im Jahr, für ein Regionalmuseum eine ordentliche Zahl.
1957 kam das Freilichtmuseum in Lehde dazu, initiiert von Gerhard Krüger, der von 1956 bis 1987 Museumsdirektor war. Am heutigen Standort, dem Torhaus am Topfmarkt, ist das Spreewaldmuseum seit 1999. Getragen wird es seit 1998 vom Museumsverein Rubisko, der sich selbst als Nachfolger des ursprünglich von Fahlisch gegründeten Vereins versteht.
Das Torhaus selbst hat eine Geschichte, die mit dem Museum nicht viel zu tun hat und trotzdem erzählenswert ist. Der dreigeschossige Backsteinbau entstand 1850 und diente zunächst als Rathaus. Ab 1910 zog das Königliche Amtsgericht ein, das Gebäude wurde zeitweise auch als Gefängnis genutzt. Bis heute ist der Torbogen im Erdgeschoss der einzige westliche Zugang zur Lübbenauer Altstadt, an der Stelle, an der bis 1843 noch ein Fließ verlief.
Was es im Spreewaldmuseum zu sehen gibt
Die Ausstellung deckt viel ab, ohne sich zu verzetteln. Themen sind die slawische Besiedlung der Region, die Gründung der umliegenden Städte, die Entwicklung der sorbischen beziehungsweise wendischen Sprache und Kultur, das mittelalterliche Innungswesen, die Geschichte des Spreewaldtourismus, Schul- und Kirchenwesen sowie die Zeit der DDR. Auch regionale Kunst hat ihren Platz.
Wer den Torbogen durchquert, sieht ihn kaum übersehen: den linken Unterkieferknochen eines Grönlandwals, ein Geschenk des Hamburger Kaufmanns Morzan-Schimkönig an seine Geburtsstadt Lübbenau, mitgebracht aus dem 18. Jahrhundert. Warum ausgerechnet ein Walknochen in einer Kleinstadt ohne Meerzugang hängt, wird im Museum erklärt, hier sei nur so viel verraten: Es geht um Auswanderer und Handelsverbindungen, nicht um Zufall.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Von April bis Oktober ist das Museum dienstags bis sonntags von etwa 10 bis 18 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten von November bis März dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Montags bleibt zu, ebenso an einigen Tagen rund um Weihnachten, an Silvester ist meist verkürzt bis 14 Uhr geöffnet. Da sich Zeiten von Jahr zu Jahr leicht verschieben, lohnt sich vor der Anreise ein kurzer Blick auf die Museumswebsite oder ein Anruf unter 03573 870 2420.
Der Eintritt kostet für Erwachsene rund 6 Euro, für Rentner etwa 5,50 Euro, ermäßigt (Schüler, Studenten, Azubis, Menschen mit Behinderung) rund 4,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Wer ohnehin ins Freilandmuseum Lehde will, sollte sich das Kombiticket ansehen, das beide Häuser für zusammen rund 14 Euro abdeckt und sich damit fast von selbst rechnet.
Freilandmuseum Lehde: die perfekte Ergänzung
Zum Spreewaldmuseum gehört offiziell auch das Freilandmuseum im Spreewalddorf Lehde, An der Giglitza 1a. Dort stehen fünf historische Spreewaldgehöfte, die man von innen besichtigen kann, dazu Mitmachstationen: Wäsche von Hand waschen, in Holzpantinen laufen, alte Kinderspiele ausprobieren. Für Kinder ist das oft der spannendere Teil des Museumsbesuchs.
Nach Lehde kommt man entweder zu Fuß, etwa zwei Kilometer ab den Parkplätzen an der Dammstraße in Lübbenau, oder mit dem Kahn. Letzteres ist die deutlich unterhaltsamere Variante und gleichzeitig der Grund, warum die meisten Lübbenau-Besucher ohnehin eine Kahnfahrt einplanen. Geöffnet ist das Freilandmuseum von Ende März bis Ende September täglich von 10 bis 18 Uhr, im Oktober bis 17 Uhr, ab November ist Winterpause. Der Eintritt liegt bei rund 8 Euro für Erwachsene, mit Gästekarte etwas günstiger, Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts.
Praktische Tipps für den Besuch
Wer nur einen Tag in Lübbenau hat, sollte Spreewaldmuseum, Kahnfahrt und Freilandmuseum Lehde an einem Vormittag verbinden, das lässt sich gut hintereinander erledigen. Am Nachmittag bleibt dann noch Zeit für die Altstadt und, klar, für Spreewaldgurken, das inoffizielle Wahrzeichen der Region gibt es an fast jeder Ecke zu kaufen, frisch oder im Glas.
Die beste Reisezeit für einen Museumsbesuch ohne Gedränge ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. Im Hochsommer, besonders an Wochenenden, ist die Lübbenauer Altstadt voll, das betrifft dann auch die Parkplätze an der Poststraße. Wer flexibel ist, kommt unter der Woche deutlich entspannter durch.
Häufige Fragen zum Spreewaldmuseum
Wo genau liegt das Spreewaldmuseum?
Im Torhaus am Topfmarkt 12 in 03222 Lübbenau/Spreewald, direkt am westlichen Zugang zur Altstadt.
Was kostet der Eintritt ins Spreewaldmuseum?
Erwachsene zahlen rund 6 Euro, ermäßigt sind es etwa 4,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Ein Kombiticket mit dem Freilandmuseum Lehde kostet zusammen rund 14 Euro.
Wann hat das Spreewaldmuseum geöffnet?
Von April bis Oktober dienstags bis sonntags etwa 10 bis 18 Uhr, von November bis März dienstags bis sonntags 11 bis 16 Uhr. Montags ist geschlossen.
Wie alt ist das Spreewaldmuseum?
Gegründet wurde es 1899. Am heutigen Standort im Torhaus ist es seit 1999, davor war die Sammlung unter anderem im Schloss Lübbenau untergebracht.
Gehört das Freilandmuseum Lehde zum Spreewaldmuseum?
Ja, organisatorisch gehört das Freilandmuseum im Dorf Lehde zum Spreewaldmuseum. Es zeigt fünf historische Spreewaldgehöfte und lässt sich gut mit einer Kahnfahrt verbinden.
Wo kann ich am Spreewaldmuseum parken?
Auf den Parkplätzen Poststraße-Ost oder Poststraße-West, dort sind die ersten zwei Stunden kostenfrei.
Ist das Spreewaldmuseum für Kinder geeignet?
Das Museum selbst ist eher geschichtslastig, für Kinder oft interessanter ist das angeschlossene Freilandmuseum Lehde mit seinen Mitmachstationen.

























































