DDR Museum Berlin, Geschichte zum Anfassen direkt an der Spree

8Wer Berlin besucht und sich für deutsche Geschichte interessiert, kommt am DDR Museum kaum vorbei. Es liegt direkt an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom, mitten im historischen Zentrum der Stadt, und es ist eines der meistbesuchten Museen der Hauptstadt. Der Grund dafür ist nicht die Lage allein, sondern das Konzept. Das DDR Museum ist kein Ort an dem man Vitrinen abschreitet. Man geht hinein und ist plötzlich mittendrin.

Was das Museum besonders macht

Unter dem Motto Geschichte zum Anfassen widmet es sich dem Leben und der Alltagskultur in der Deutschen Demokratischen Republik. Die interaktive Dauerausstellung präsentiert die überwiegend aus privaten Haushalten stammenden Exponate nicht nur klassisch in Vitrinen, sondern lädt explizit zum Berühren und Ausprobieren ein.

Das klingt nach einem Konzept das schnell abgenutzt wirkt. Ist es aber nicht. Wer durch die Ausstellung läuft, öffnet Schubladen in einer original eingerichteten Plattenbauwohnung, setzt sich in einen Trabant, schaut in einen DDR-Kühlschrank und liest Etiketten von Produkten die es längst nicht mehr gibt. Das ist keine Nostalgie, sondern Geschichte die man tatsächlich anfassen kann.

47 Themenmodule zeichnen ein vielschichtiges Bild von Musik, Kultur und Konsum über Familie, Gleichberechtigung und Bildung bis zu den Themen Grenze, Ideologie und Opposition. Die Ausstellung zeigt also nicht nur die Pionierhalstücher und den Sandmann, sondern auch die Stasi, die Mauer und die politische Verfolgung. Beides gehört zusammen und beides bekommt seinen Platz.

Die Plattenbauwohnung

Das Herzstück der Ausstellung ist die nachgebaute Plattenbauwohnung. Carat-Schrankwand, Retro-Tapete, die alte Erika-Schreibmaschine sowie Alltagsgegenstände aus Plaste und Elaste zeigen wie ein typisches DDR-Wohnzimmer aussah.

Man steht in diesen Räumen und begreift auf eine sehr direkte Art wie Menschen damals gelebt haben. Nicht dramatisch, nicht idealisiert. Einfach so wie es war. Für alle die die DDR nicht selbst erlebt haben, ist das ein echter Moment des Verstehens. Und für alle die sie erlebt haben, erst recht.

Der Trabant

Neben Alltags- und Gebrauchsgegenständen sind auch Fahrzeuge zu finden, darunter das DDR-Kult-Moped Schwalbe und der Trabant. In diesem können Besucher sitzen und mittels einer eingebauten Fahrsimulation das Fahrgefühl erleben, wenn es durch eine Plattenbausiedlung fährt.

Der Trabant ist für viele der emotionale Ankerpunkt der Ausstellung. Wer selbst nie in einem saß, sitzt hier zum ersten Mal. Wer früher damit gefahren ist, erinnert sich. Das Fahrgefühl über die Simulation zu erleben ist zugegebenermaßen kein Ersatz für die Realität, aber ein guter Einstieg ins Thema.

Lage und Anreise

Das DDR Museum befindet sich in der Karl-Liebknecht-Straße 1, direkt an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom. Die Buslinien 100 und 200 halten weniger als 100 Meter entfernt an der Haltestelle Lustgarten. Der nächste S-Bahnhof Hackescher Markt ist 300 Meter entfernt.

Die Lage ist ideal für eine Kombination mit anderen Berliner Sehenswürdigkeiten. Das Nikolaiviertel ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar, die Museumsinsel liegt direkt gegenüber auf der anderen Seite der Spree, der Alexanderplatz ist gut zehn Minuten entfernt. Wer mit dem Boot kommt, kann auch an der Anlegestelle DomAquarée direkt anlegen.

Eintritt, Öffnungszeiten und praktische Tipps

Der reguläre Eintritt kostet 13,90 Euro, der ermäßigte 8,50 Euro. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Schulgruppen zahlen 5,50 Euro pro Person.

Die Ausstellung ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet, täglich von 9 bis 21 Uhr. Das Museum ist damit einer der wenigen Berliner Museumsorte der auch montags geöffnet hat.

Wer die Warteschlange vermeiden möchte, kauft das Ticket online und betritt die Ausstellung direkt über eine Schranke ohne Anstehen. Ab 18 Uhr besuchen erfahrungsgemäß weniger Menschen das Museum. Wer flexibel ist, kommt abends und hat die Ausstellung deutlich ruhiger für sich.

Für den Besuch sollte man mindestens anderthalb bis zwei Stunden einplanen. Wer sich Zeit lässt und alle Schubladen öffnet, kommt auf drei Stunden und länger.

Für wen lohnt sich das Museum

Für alle, egal ob jung oder alt, ob aus dem Osten oder dem Westen. Das DDR Museum gehört zu den interessantesten Museen in der deutschen Hauptstadt. Wer die DDR selbst erlebt hat, erkennt hier Dinge wieder. Wer sie nicht erlebt hat, versteht danach konkret wie der Alltag in einem sozialistischen Staat aussah, nicht abstrakt aus Schulbüchern, sondern über Objekte die man anfassen kann.

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