Fichtelberg Oberwiesenthal

Der höchste Berg Sachsens

Mit 1.215 Metern ist der Fichtelberg der höchste Berg Sachsens und gleichzeitig der höchste Ostdeutschlands, was ihm einen Platz auf ziemlich jeder Erzgebirge-Liste sichert. Wer schon einmal unten in Oberwiesenthal war, an der Fichtelbergschanze oder am Meeresaquarium, hat den Gipfel vermutlich die ganze Zeit im Blick gehabt, ohne oben gewesen zu sein. Das lohnt sich aber, und zwar nicht nur wegen der Aussicht.

Die Friedensglocke

Fichtelberg 13 scaled

Auf dem Fichtelbergplateau hängt seit Mai 2010 die Friedensglocke, die jeden Sonntag und an Feiertagen um 16 Uhr läutet, in Richtung des tschechischen Klínovec (Keilberg) auf der anderen Seite der Grenze. Entstanden ist das Projekt aus einer Initiative von Gerd Schlesinger, Türmermeister der Stadt Schwarzenberg, und Jörg Eller, Nachtwächter derselben Stadt, als Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989. Wer zufällig um vier Uhr oben ist, merkt schnell, dass das keine touristische Show ist, sondern ein Ritual, das seit über zehn Jahren tatsächlich eingehalten wird.

Fichtelberghaus und Aussichtsturm

Direkt am Gipfel steht das Fichtelberghaus mit angeschlossenem Panorama-Aussichtsturm. Zu DDR-Zeiten, nach einem Neubau bis 1967, gehörte dazu ein 42 Meter hoher Turm in nüchterner Betonarchitektur. Ende der 1990er Jahre wurde das Fichtelberghaus in Anlehnung an den historischen Vorgängerbau neu errichtet und am 18. Juli 1999 wiedereröffnet, seitdem mit einem etwas kleineren, 31 Meter hohen Turm. Von oben reicht der Blick bei klarem Wetter weit über das Erzgebirge und bis zu den tschechischen Nachbarbergen.

Die Wetterwarte

Weniger auffällig, aber wissenschaftlich interessant: Auf dem Fichtelberg wird seit Januar 1916 durchgehend Wetter gemessen. Schon ab 1890 hatte der Wirt des Fichtelberghauses nebenbei Beobachtungen notiert, mit wachsendem Tourismus blieb dafür aber immer weniger Zeit, sodass die Aufzeichnungen ab 1898 lückenhaft wurden und 1910 ganz endeten. Auf Initiative von Paul Schreiber, dem Direktor des Königlich-Sächsischen Landeswetterdienstes, entstand daraufhin eine feste Wetterwarte, die am 30. Dezember 1915 übergeben wurde und ab dem 1. Januar 1916 durchgehend misst, bis heute eine der längeren zusammenhängenden Wetterreihen Deutschlands.

Rauf mit der Schwebebahn

Wer nicht laufen will, kommt am bequemsten mit der Fichtelberg-Schwebebahn nach oben, der ältesten Luftseilbahn Deutschlands. Die Idee dazu hatten Oberwiesenthaler Hoteliers, 1924 gegründete sich eigens dafür die Sport- und Verkehrs-Aktiengesellschaft (SUSVAG), die den Bau bei der Leipziger Firma ATG in Auftrag gab. Gebaut wurde in gerade einmal drei Monaten: Baubeginn am 1. September 1924, Einweihung schon am 21. Dezember desselben Jahres, für damals rund 354.000 Reichsmark. Auf 1.175 Metern Länge überwindet die Bahn 303 Höhenmeter. 2024 feierte die Schwebebahn ihr hundertjähriges Bestehen, was für eine Bergbahn dieser Größe eine ziemliche Hausnummer ist.

Runter mit dem Sessellift

Für den Rückweg lohnt sich die Abwechslung: Direkt neben der Talstation der Schwebebahn startet ein Vierersessellift, 1999 neu errichtet, der auf 985 Metern Länge 298,5 Höhenmeter überwindet. 70 Sessel mit Wetterschutzhauben sind im Einsatz, jeder für bis zu vier Personen. Wer rauf mit der Schwebebahn und runter mit dem Sessellift fährt, sieht den Berg von zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven, ohne dafür einen einzigen Meter zu Fuß gehen zu müssen.

Praktische Tipps für den Gipfelbesuch

Wer Zeit hat, sollte oben nicht nur den Turm besteigen, sondern auch bis 16 Uhr bleiben, um die Friedensglocke live zu hören, sonntags und an Feiertagen. Die Kombination aus Schwebebahn hinauf und Sessellift hinunter (oder umgekehrt) macht aus einer reinen Aussichtsfahrt einen kleinen Ausflug mit zwei verschiedenen Bahnerlebnissen. Wer lieber zu Fuß geht, kann natürlich auch wandern, dann aber mit entsprechend mehr Zeit einplanen, gerade bei Wind auf dem freien Gipfelplateau ist warme Kleidung auch im Sommer keine schlechte Idee.

Häufige Fragen zum Fichtelberg

Wie hoch ist der Fichtelberg?

1.215 Meter, damit der höchste Berg Sachsens und ganz Ostdeutschlands.

Wann läutet die Friedensglocke?

Jeden Sonntag und an Feiertagen um 16 Uhr, seit Mai 2010, als Zeichen der Verständigung Richtung Klínovec auf tschechischer Seite.

Wie alt ist die Fichtelberg-Schwebebahn?

Sie wurde 1924 gebaut und eingeweiht, damit ist sie die älteste Luftseilbahn Deutschlands. 2024 feierte sie ihr hundertjähriges Bestehen.

Wie komme ich wieder vom Fichtelberg herunter?

Am einfachsten mit der Schwebebahn oder dem direkt daneben gelegenen Vierersessellift. Beide fahren in beide Richtungen, eine Kombination aus beiden lohnt sich für Abwechslung.

Wie lang ist der Sessellift am Fichtelberg?

985 Meter lang, er überwindet dabei 298,5 Höhenmeter und wurde 1999 neu errichtet.

Was gibt es oben auf dem Fichtelberg zu sehen?

Das Fichtelberghaus mit 31 Meter hohem Panorama-Aussichtsturm, die Friedensglocke und eine seit 1916 durchgehend messende Wetterwarte.

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