Warum der Hamburger Hafen nachts anders wirkt

Tagsüber ist der Hamburger Hafen vor allem Arbeitsplatz: Container, Kräne, Frachtschiffe, dazu der ganz normale Betrieb einer der größten Häfen Europas. Nach Sonnenuntergang ändert sich das Bild komplett. Dieselben Kräne leuchten kühl-weiß, die Speicherstadt daneben in warmem Licht, dazwischen spiegelt sich alles im Wasser der Fleete. Genau dieser Kontrast, kühle Industrie und warme Backsteinromantik nebeneinander, macht den Hafen abends zu einem eigenen Programmpunkt, nicht nur zu einer Ergänzung zum Tagesausflug.

Speicherstadt und Elbphilharmonie im Licht

Die Speicherstadt, die größte zusammenhängende Lagerhauskomplex-Anlage der Welt, wird nachts von warmem Licht angestrahlt, das sich in den schmalen Fleeten bricht. Tagsüber wirkt das Viertel eher nüchtern und geschäftig, abends kippt die Stimmung komplett ins Malerische. Ein Stück weiter thront die Elbphilharmonie, ebenfalls beleuchtet, ihre wellenförmige Glasfassade nimmt die Lichter der Umgebung auf und wirft sie in verschiedene Richtungen zurück, je nach Standort sieht das Gebäude von jeder Seite wieder anders aus.

Lichterfahrt: Hafenrundfahrt am Abend

Wer beides auf einmal sehen will, bucht am besten eine Lichterfahrt. Die Boote starten an den St.-Pauli-Landungsbrücken, fahren an beleuchteten Kais, großen Schiffen und, wenn die Tide mitspielt, durch die Speicherstadt selbst. Kürzere Touren dauern etwa eine Stunde, die klassische große Lichterfahrt etwa 90 Minuten. Preise liegen je nach Anbieter und Länge zwischen rund 16 und 30 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen entsprechend weniger. Abfahrtszeiten richten sich nach dem Einbruch der Dunkelheit und liegen je nach Jahreszeit zwischen etwa 18 und 22:30 Uhr, im Winter entsprechend früher als im Sommer.

Aussichtspunkte: Stintfang und Elbphilharmonie Plaza

Wer nicht aufs Wasser will, findet an Land mindestens zwei gute Alternativen. Der Stintfang, oberhalb der U- und S-Bahn-Station Landungsbrücken gelegen, ist ein bei Touristen noch vergleichsweise unbekannter Aussichtspunkt mit Parkbänken direkt über dem Hafen, ideal für einen ruhigen Moment bei Sonnenuntergang oder danach. Die Elbphilharmonie Plaza ist täglich von 10 bis 24 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 23:30 Uhr, und grundsätzlich kostenlos zugänglich, ein Zeitfensterticket lässt sich bis zu zwölf Wochen im Voraus für 3 Euro online buchen. Von oben reicht der Blick weit über den Hafen und die beleuchtete Stadt.

Zu Fuß unterwegs: der Alte Elbtunnel bei Nacht

Der Alte Elbtunnel verbindet die Landungsbrücken mit dem Hafengelände auf der anderen Elbseite in Steinwerder und ist für Fußgänger und Radfahrer rund um die Uhr geöffnet und kostenlos, mit Ausnahme einer Sperrung an Silvester zwischen 21 und 4 Uhr aus Sicherheitsgründen. Die großen Lastenaufzüge haben zwar eingeschränkte Zeiten, auf beiden Seiten stehen aber zusätzlich Personenaufzüge zur Verfügung, die auch nachts fahren. Ein Spaziergang durch den Tunnel und zurück über die andere Elbseite liefert einen Blick auf die Skyline, den man von den Landungsbrücken aus so nicht bekommt.

Praktische Tipps für den Abend

Wer wenig Zeit hat, kombiniert am besten eine kurze Lichterfahrt mit einem anschließenden Spaziergang zum Stintfang, das lässt sich gut an einem Abend unterbringen. Wer lieber zu Fuß bleibt, sollte den Alten Elbtunnel und die Elbphilharmonie Plaza verbinden, beide sind kostenlos oder fast kostenlos und liegen nur wenige Gehminuten auseinander. Die Landungsbrücken selbst und ihre unmittelbare Umgebung sind auch abends gut belebt und beleuchtet, wie in jeder Großstadt lohnt es sich trotzdem, Wertsachen im Blick zu behalten, sobald man sich Richtung Reeperbahn und St. Pauli weiter ins Nachtleben bewegt.

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